Zum Piepen! Sibylle Nicolai als Märchentante in „Hänsel und Gretel“
Die Hessen-Stars Bodo Bach, Johannes Scherer und Bäppi zusammen auf einer Bühne – das gab’s noch nie! In der szenischen Lesung „Johnny und Meg“, einer modernen Version von „Hänsel und Gretel“, brachten die Comedians, der Travestie-Star sowie die Schauspielerinnen Barbara Bach und Marlene Zimmer das ausverkaufte „Orfeos Erben“ zum Lachen.
„Johnny und Meg“ ist ein „Grusical“ (Schauermärchen mit Musik), erdacht von Schauspielerin Sibylle Nicolai. Sibylle: „Johnny und Meg“ ist sehr frei nach den Brüdern Grimm. Die Geschwister werden von ihrem Vater aber nicht im Wald, sondern in der Casting-Agentur von Tatjana Satana ausgesetzt.“ Toll gespielt von Bäppi! Sie will als böse Hexe Tatjana die beiden für diverse TV-Formate verbraten. Herrlich selbstironisch: Märchentante Sibylle, die Tatjana sagen lässt: „Wenn die berühmten Leute ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben, taugen sie allenfalls noch für ‚Das perfekte Promi Dinner’ oder den ‚Dschungel’!“ Szenenapplaus für die Nicolai, die beim echten Promi-Dinner eine prima Figur machte. Bodo Bach als böser „Stief-Babba“, Scherer als „Hänsel“ Johnny – das passte wie die Faust aufs Auge. Zum Piepen!
Geballter Humor, frei nach Grimm
Alleine sind sie gestandene Komödianten, egal ob im Fernsehen, im Radio oder auf der Bühne. Doch im Team hatten Robert Treutel alias Bodo Bach, Johannes Scherer und Thomas Bäppler alias Bäppi noch nie auf der Bühne gestanden. Im Kino Orfeo’s Erben gab es am Mittwoch die Premiere, mit geballtem Humor und geschliffenen Formulierungen aus der Feder von Schauspielerin Sibylle Nicolai, die mit der satirischen Betrachtung der Medienbranche auch vor der eigenen Person nicht halt machte. Sie hatte das Märchen „Hänsel und Gretel“ ins Moderne übersetzt und daraus das Grusical „Das Furcht erregende, aber glimpflich endende Märchen von Johnny und Meg“ gemacht. Statt im Hexenhaus landeten die beiden Kinder als Kamerafutter bei Tatjana Satana (Bäppi mit schriller Efeuperücke), frei nach dem Motto: „Ich bin kein Star, lasst mich hier rein.“ Besonderes Lob bekam das Küken Marlene (21) als Meg. Die Tochter des ZDF-Journalisten Dieter Zimmer schlug sich nach drei Semestern Schauspielschule prima zwischen den Profis.
Casting statt Knusperhäuschen
Zwei Kinder werden von ihren Erziehungsberechtigten im Wald ausgesetzt und geraten in die Fänge einer Psychopatin mit kanibalistischen Ambitionen. Könnte aus der Feder Steven Kings stammen, ist aber von den Gebrüdern Grimm. Doch nicht bloß bei Hänsel und Gretel überkommt Kinder und Erwachsene so mancher Schauer. Ebenso gruselig ist die aktuelle Flut der Casting-Shows im Fernsehen. Sibylle Nicolai fügte beide Horrorszenarien zusammen: In Das Furcht erregende, aber glimpflich endende Märchen von Johnny und Meg, „einem Grusical sehr frei nach den Grimm Brothers“, verschlägt es die Ausgesetzten in den Mediendschungel, wo sie ihr Glück bei DSDS und Germany’s Next Topmodel versuchen müssen. Ein gelungenes Debüt der Schauspielerin als Theaterautorin, für das sie unter anderen Bodo Bach und Bäppi La Belle auf die Bühne holte und tosenden Applaus bei der Premiere in Orfeo’s Erben erntete.